Recherchen im Stadtarchiv Dresden

Ein Schul-Erweiterungsbau für die jetzige 82. Grund- und Mittelschule war 1938 vorgesehen. Mit Datum vom 21. 3. 1938 liegen umfangreiche Akten vor, von Stadtbaumeister Dutschke unterzeichnet. Die veranschlagten Kosten für alle Umbauten waren mit 427.800,- RM veranschlagt. Von den geplanten Umbauten betroffen wären gewesen: Umbau des alten Schulgebäudes an der Auenstraße (Gertrud-Caspari-Straße 9) für 38.200,- RM. Erweiterung des neuen Schulgebäudes an der Leo-Schlageter-Straße (Korolenkostraße 6). Umbau der Schulgebäudeanlage an der Hauptstraße (Klotzscher Hauptstraße 26).

Altes Gebäude an der Auenstraße 9:
In dem früher als Wohnhaus errichteten Gebäude (das dürfte wohl ein Fehler in der Berichterstattung sein, denn das erste Schulhaus, das ein Wohnhaus war, ist die Hausnummer 1! S.B.) waren 1938 elf kleine Klassen untergebracht, es sollten nach dem Umbau anstatt elf, nur noch sechs große Klassen untergebracht werden. Die Fenster sollten vergrößert werden, die finsteren Flure sollten eine direkte Belichtung erhalten. Die Zimmer sollten Handwaschbecken erhalten. Für 6 Lehrkräfte war in diesem Gebäude ein Lehrerzimmer vorhanden.

Neues Gebäude an der Leo-Schlageter-Straße 6:
Zusätzlich für die fünf aus dem alten Gebäude umzusetzenden Klassen sollten neue Klassenzimmer geschaffen werden. Ein eigenes Musikzimmer war wegen der Lautstärke beim Klassengesang vorgesehen. Im geplanten Anbau sollten neun Klassenzimmer geschaffen werden. Das jetzige Gesangszimmer sollte das Rektorenzimmer werden. Lehrer- und Nähmaschinenzimmer werden als Lehrmittelzimmer genutzt. Das Brausebad im Keller wird zum Werkraum umgebaut. Der Hausmeisteranbau sollte wegfallen. Dafür war der Bau eines turmartigen Vorbaus mit einem neuen Haupteingang und in dessen oberen Etagen sollten Konferenz- u. Lehrerzimmer eingerichtet werden. 18 Klassen, davon 9 neue, sollten nach dem Umbau in diesem Schulhaus Platz finden. Ein Physikzimmer, zwei Werkräume, ein Schreibmaschinenzimmer, ein Zeichensaal und zwei Gymnastiksäle waren außerdem vorgesehen. Eine Laufbahn im Hof, der erweitert werden sollte, war ebenfalls geplant. Die Kosten waren mit 289.300,- RM veranschlagt.

Alte Schule an der Hauptstraße 26:
Gegenwärtig ist nur ein Lehrgebäude mit vier Klassen im Schulbetrieb. Es gibt im Hof ein Nebengebäude mit den Aborten. Ein zweites Schulhaus wird im Jahre 1938 als Notwohngebäude genutzt. Letzteres soll wieder für weitere vier Klassen als Schule umgebaut werden. Alles befindet sich 1938 in denkbar schlechtesten Verhältnissen. Neue Klosettanlagen in jedem Gebäude sind dringend erforderlich. Kosten hier für den Umbau 43.500,- RM. Die neu zu errichtende Beschleusung soll an die Dresdner Straße (jetzt Am Hellerrand) angeschlossen werden.

In der Sitzung des Schulausschusses am 13. Mai 1929 regte Oberlehrer Christoph an, einen Sportplatz neben der neuen Schule einzurichten, oder wenigstens für eine Klasse einen Spielplatz. Herr GVO (Gemeindeverordneter) Endig will sich der Sache annehmen. Frau GVO Cordes warnt vor übertriebener Steigerung des Turn- und Sportbetriebes in den Schulen. Herr Schulleiter Grünewald gibt erforderliche Aufklärungen dazu. Unterschrieben ist das Sitzungsprotokoll von Herrn Gemeindevorstand Alfred Angermann, von GVO Endig und von den Herren Oberlehrer Ebert und Bauer.

Zur Erweiterung des Schulgrundstücks und zum Bau des Sportplatzes sollen folgende Flurstücke erworben werden: Nr. 250b, 244, 243, 243a, 597, 234l, 234g, 255a. Der Abbruch des Steigerturmes auf Flurstück Nr. 255f u. 263k ist dazu erforderlich.
Es sollten an der Leo-Schlageter-Straße, der jetzigen Korolenkostraße, eine neue Fahrbahn und Fußwege gebaut werden. Auch die Gutenbergstraße (Stralsunder Straße) sollte bis zur Leo-Schlageter-Straße  durch- und ausgebaut werden.

Am 2. September 1938 berichtet Bürgermeister Emil Olzmann über die Stockung der beiden Bauvorhaben „Schulerweiterung und Rathausanbau“ wegen Arbeiter- und Materialmangel! Protokoll der Beratung der Ratsherren Olzmann, Ilchmann, Starke und Schönfelder, mit deren Unterschrift.

Zum Umbau am und im Rathaus:
1935 und 1936 wurden am Rathaus Umbauten vorgenommen. Lt. Rechnung vom 1. 9. 1935 von Baumeister Richard Klinger, Klotzsche, über rund 4500,- RM. Als an diesen Umbauten beteiligte Handwerker werden ferner genannt:
Tapeziermeister Herbert Kamke, Dekorateur u. Polsterer, Schillerstraße 6 (Alexander-Herzen-Straße), Tischlermeister Kurt Schmidt, Tischlermeister Paul Gey, Klotzsche, Dachdecker Otto Karl Bürger, Klotzsche, Querallee 27 (Boltenhagener Straße), Richard Krause, Klotzsche, Bildhauer Ludwig Noke, Klotzsche, Am Friedhof,  Holzhandlung Ernst Mischner, Tischlermeister Martin Heinze & Johannes Sentner, Klotzsche, Klempnermeister Hugo Eitner, Rähnitz-Hellerau und Klotzsche, Am Steinacker 45, Elektromeister Alfred Heichen,  H. R. Großmann, Schlossermeister, Klotzsche, Malermeister Hermann Männig, Klotzsche, Glaserei Otto Irmler, Klotzsche, Franz Lorenz, Malermeister, Klotzsche und die Gas-, Wasser- u. Elektrizitäts-Werke Klotzsche. Erneuert und umgebaut wurden das Dachgeschoss und die Fenster.

Früher vorhandene und gegenwärtige Schulen in Klotzsche:

  1. 1578, erste Hinweise auf einen Schulunterricht in Klotzsche

  2. 1688, 1. Schulhaus, Altklotzsche 30

  3. 1840, 2. Schulhaus, Altklotzsche 63

  4. 1875, 3. Schulhaus, Klotzscher Hauptstraße 26 (linkes Haus), 83. Grundschule „Siegfried Krebs“

  5. 1888, 4. Schulhaus, Klotzscher Hauptstr. 26 (rechtes Haus), 83. Polytech. Oberschule „Siegfried Krebs“

  6. 1888, 1. Schulstube (Klassenzimmer) für Königswald im Carolaschlößchen (Kurhaus)

  7. Ostern 1889, 2. Schulstube in Königswald, Königsbrücker Straße 34 oder 36 (?)

  8. 25. April 1892, 1. Schulhaus in Königswald, Gertrud-Caspari-Straße Nr. 1 für vier Klassen

  9. 1. Juni 1896, 2. Schulhaus Königswald, Auenstraße 9, jetzt Gertrud-Caspari-Straße, 82. Grundschule „Am Königswald“

  10. 25. Mai 1906, die dazugehörige Turnhalle war zu Königs Geburtstag eingeweiht worden

  11. 20. April 1914, 3. Schulhaus in Königswald, Florastraße 6, jetzt Korolenkostraße, 82. Mittelschule „Am Flughafen“, seit 1929 durch eine „Höhere Abteilung“ erweitert

  12. um 1920, Privat-Waldschule Herbert Manfred Pollatz, Königsbrücker Straße 82

  13. 15. Oktober 1927, Landesschule Sachsen, Königsbrücker Straße 2

  14. 1. 11. 1934, Einweihung der Luftnachrichtenschule am Moritzburger Weg/Königsbrücker Straße

  15. 9. Mai 1936, Einweihung der Luftkriegsschule Dresden 1, Königsbrücker Straße 159

  16. DDR, 105. Oberschule und Gymnasium Klotzsche, Karl-Marx-Straße

  17. DDR, 86. Mittelschule, Theodor-Fontane-Straße

  18. DDR, Jugendsportschule und Gehörlosenschule mit Internat, Schänkenweg

  19. DDR, 50. Grundschule „Gertrud Caspari“, Dörnichtweg

logo beitrag bannack unterSiegfried Bannack, Geschichtswerkstatt Dresden Nordwest und Redaktionsmitglied beim Klotzscher Heideblatt,

Recherchen im Stadtarchiv Dresden im März 2006

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